Ein Tag am Meer

Es ist Sonntag, es ist heiss und wir wollen der Hitze der Großstadt für einen Tag entfliehen. Das geht in Tokyo am einfachsten, indem man in die nächste Bahn nach Kamakura steigt. Nach ca. 90 Minuten kann man neben Buddhastatuen und alten Tempeln schon das Meer sehen. :) Bloß noch ein Stückchen mit dem, Bus fahren und schon ist es geschafft. Zum Glück habe ich zwei Begleiter, die des Japanischen mächtig sind, bei mir. Die Busfahrpläne am Bahnhof kennen kein Englisch und Ortsnamen sind immer wieder eine Freude. Die Schriftzeichen für Ortsnamen folgen oft eigenen Regeln... Ich frage Lisa wie man sich all die Ortsnamen nebst Lesung nur merken soll und ob sie nicht auch Schwierigkeiten hat? Sie lächelt nur und meint, dass sie hier eine Weile gewohnt hat und deswegen bescheid weiss. Aber am Anfang hat sie auch vor dem Fahrplan gestanden und hat die Kanji (Schriftzeichen) mit denen auf einem Zettel verglichen um den richtigen Bus zu finden.
So finden wir also ohne Probleme den richtigen Bus und auf geht es. Leider sind die Busse in Japan nicht sonderlich großzügig ausgebaut was die Beinfreiheit angeht, aber immerhin darf ich sitzen.
Endlich sind wir da. Der Strand ist trotz des schönen Wetters erstaunlich leer, was aber nicht stören soll. Vielleicht liegt es am Wind? Zu erst geht es zum Schirmverleih. Die Sonne ist schließlich auch hier im Dauereinsatz... Der nette Herr mit dem Akkuschrauber begleitet uns bis zum gewünschten Ort und müht sich sichtlich ab, ein passendes Loch für unseren Schirm in den Sand zu bohren. Im zweiten Loch steht der Schirm, aber erst der zweite Schirm wird sich auch aufkurbeln lassen...
Da das Frühstück schon eine Weile zurück liegt, geht es für mich nach dem Ausrollen und Sichern des Handtuches erst einmal zum Imbiss. Es gibt Bratnudeln. Vor dem Schwimmen nicht zu viel essen! Dass es auch Kakigoori gibt nehme ich wohlwollend zur Kenntnis. :)
Endlich im Wasser, ist die Hitze der Stadt schnell vergessen. (Übrigens ist es, sobald man sich aus der Betonwüste der Stadt etnfernt gefühlt gleich 5 Grad kühler.) Wir können alle zugleich ins Wasser gehen, weil sich hier in Japan ausser den Wind niemand an unseren Sachen zu schaffen machen wird. Trotzdem wird per Stranddurchsage gebeten auf seine Sachen zu achten. Ein wenig wie am Flughafen, nur dass hier noch vor stärker gewordenem Wind gewarnt und bekannt gegeben wird wann die Rettungsschwimmer Feierabend machen. Sicherheitsbewusst wie immer. Dass der Wind nicht zu unterschätzen ist, sehe ich als sich ein Schwimmring im Sand verselbständigt. Der wäre wohl der Küste noch kilometerweit gefolgt, hätte ihn keiner aufgehalten.

Landschaftlich passend eingerahmt

Die Seite mit den Hotels
Der Sand: nicht der hellste

Nach dem Baden gibts ein Eis. Diesmal Kakigoori (Schabeeis) mit Zitronengeschmack. Genau das richtige bei der Wärme. Da es sowieso nur aus Wasser mit Geschmack besteht, kann man danach auch gleich wieder baden gehen.
Nachdem ausgiebig gebadet wurde, geht es zum Abendessen in eine angesagte Strandbar namens Tomorrowland. Da auch Japaner auf angesagte Bars stehen, dauert es eine halbe Stunde bis wir einen Platz bekommen. Zum Abend gibt es nur Pizza auf der Speisekarte. Ich bestelle mir eine Pizza und einen Lemon-Tea für schlappe 3000 Yen (ca. 25€). Immerhin sitzen wir bequem und haben einen tollen Blick auf Meer und Sonnenuntergang.
Nobel, mit bestem Blick
Tea-Time

Als es nach Hause gehen soll, warten wir auf den Bus, der - total unjapanisch - zu spät dran ist. Zu allem Überfluss ist der Bus eigentlich schon voll bevor wir einsteigen. Aber das hat in Japan ja nichts zu bedeuten. So stehen wir nach ein wenig Gequetsche alle umfallsicher im Bus. Am übernächsten Halt öffnet der Busfahrer schon gar nicht mehr die Tür für Neueinsteiger. Nicht wenige müssen auf den nächsten Bus warten...
Ab der Bahnstation wird es wieder entspannter. Da noch ein wenig Zeit bis zur Abfahrt ist, gibt es noch ein Eis aus dem Konbini (24h-Laden). Auf dem Heimweg gibt es keine Überraschungen und es geht mit gewohnter Pünktlichkeit nach Hause.