Uns're kleine Farm

Meine heutige Tour führt mich ins Zentrum von Sapporo. Die ansässige Universität soll einen Besuch wert sein. Es gibt ein paar Parks und einige kommen offenbar nur des Eises wegen. Schwer zu finden ist das Gelände jedenfalls nicht. Vom Bahnhof brauche ich nur ein paar Minuten, bis ich den Eingang erreiche. Lässt sich alles wunderbar zu Fuß erkunden.
Auf dem Unigelände sind die meissten Studenten mit dem Rad unterwegs. Das liegt daran, dass das Gelände recht weitläufig ist. Nachdem ich den Eingangsbereich hinter mir gelassen habe folge ich erst einmal planlos den größeren Wegen. Es scheinen viele Besucher hier zu sein. Das Wetter passt ja. Nach ein paar Gehminuten erreiche ich den ersten Park und freue mich über den Schatten. Hier fließt ein kleiner künstlicher Bach an dessen Ufer hier und da Sitzgelegenheiten zum Ausruhen einladen. Das Gelände ist als Ruhezone ausgewiesen. Man wird eingeladen es sich auf der Wiese gemütlich zu machen. Aktivitäten, die die Ruhe stören könnten sind ausdrücklich verboten. :) Am und im Bach spielen Kinder. Offenbar ist die Uni ein beliebtes Ausflugsziel. Zum studieren sind die noch zu jung und zu nass.
Immer wieder lese ich die Schilder, die zu den Gebäuden der einzelnen Fakultäten weisen. Hier in Sapporo dreht sich alles um Landwirtschaft, Natur und Viehzucht. Warum auch nicht. Immerhin bietet die Insel genug Fläche für all das. - In der Abteilung für lokale Gewächse und Natur gibt es einen Park der die Schönheit der Region zum Ausdruck bringen soll. Leider ist der Holzsteg durch den sumpfigen Part marode und gesperrt und der Rest der Ausstellung ziemlich verwildert. Hokkaido ist also echt naturbelassen. Der Seerosenteich neben der Mensa sieht zwar schick aus mit all den Blüten und den Libellen, allerdings scheint das Wasser den Fischen nicht zu bekommen. Ich sehe nur tote Exemplare. Aber es lässt sich auch hier gut aushalten. So viele Sitzgelegenheiten finde ich selten.

Der Teich wird als Studiumsobjekt von Alters her gepflegt
Seerose im Sonnenlicht

Nach einer weiteren viertel Stunde ziellosen Umherlaufens ziehe ich doch einmal meine Karte zu Rate. Ich lande immer wieder in Sackgassen wo es nichts zu sehen gibt und der Zaun kennt auch kein Ende. Hoffentlich gibt es mehr als nur einen Ausgang. Sonst muss ich den ganzen Weg wieder zurück... Auf der Karte finde ich noch ein interessantes Ziel. Es gibt mitten im Unigelände ein Modelldorf für Milchviehhaltung. Das schaue ich mir noch an.
Die Brücke war leider gesperrt...
Büroarbeitsplatz

Das Modelldorf macht einen gemütlichen Eindruck und ich habe die komplette Ausstellung für mich. Andere Besucher treffe ich hier fast keine. Man darf sich frei bewegen und die meissten Gebäude sind auch von innen zu bestaunen. Hier gibt es alles was zu einer Farm gehört. Das Wohnhaus ist der Uni vorbehalten. Da darf ich nicht rein. Ansonsten gibt es Kuh- und Pferdestall, die Milch- und Käseverarbeitung, Scheune und Geräteschuppen. Alles ist ordentlich beschildert und man hat sich Mühe gegeben mit ein paar Modelltieren ein wenig Leben in die Bude zu bringen. Echte Tierhaltung oder gar eine Verwendung des Geländes scheint hier nicht vorgeshen zu sein. Alles ist unbenutzt (abgesehen von den alten Exponaten), wenn auch ein wenig staubig. In den Gebäuden riecht es nach frischem Holz.
Unechtes Pferd in der Buchte
Noch unechteres Pferd auf dem Dachboden


Unechte Kuh seht Modell
Hier kommen die Milch-shakes her

In einer der Scheunen stehen eng an eng verschiedenste Traktoren und Landmaschinen. Sogar ein Modell aus Deutschland nebst aufgemaltem Werbespruch ist darunter. Zu den einzelnen Exponaten werden keine genaueren Angaben wie technische Daten gemacht und die Geräte stehen einfach nur in Reih und Glied. Irgendwie habe ich mich hier mit Fotos auch zurückgehalten.
Mechanisches Pferd
Werkzeuge für den nächsten Bauernaufstand

Nachdem ich mich sattgesehen habe, finde ich tatsächlich einen Ausgang aus dem Unigelände und bald auch einen Getränkeautomaten. So lässt es sich inder Wärme aushalten. Ich folge noch eine weile den Straßen von Sapporo. Aber hier gibts nicht viel ungewöhnliches zu sehen. Ich nehme mir vor wieder zu kommen, wenn in der Stadt was los ist. August ist ja auch Zeit der Obon-Feste. Bis dahin gibts im Umland genügend Natur zu entdecken.
Alles hübsch aus Holz mit Schrägdach. So schön siehts nur im Modell aus. In der Realität dominieren Wellblech und Plastik