Japans weniger wilde Natur

Auf der Suche nach neuen Ausflugszielen, die mit den "öffentlichen" auch erreichbar sind, fällt mein Blick auf einen kleinen, aber berühmten Zoo der zentral in Hokkaido gelegen ist. Gleich um die Ecke gibt es Blütenmeere zu bestaunen. Da lohnt sich die weite fahrt. Mit dem ersten Zug geht es also nach Asahiyama. Dort angekommen finde ich gleich den richtigen Bus und so bin ich zeitnah am Zoo. Ein wenig zu zeitnah. Wenigstens werden schon einmal Tickets vorverkauft. Nach einer halben Stunde darf ich (so wie nicht wenige andere) auch in den Zoo hinein.
Mein erstes Ziel sind hier die Robben. Deren Fütterung war der erste Termin auf dem langen Tagesplan. Außerdem kann man sich die Robben hier aus einer ganz bresonderen Perspektive anschauen. Da wollen natürlich alle gucken. Vor Ort bin ich nicht der einzige, kann aber wie immer alles bestens überblicken. Wie auch die anderen Gehege ist das Robbenbecken sehr "japanisch" angelegt. Es ist überschaubar in der Größe. Mitten im Raum, von dem aus man die Robben im Wasser beobachten kann, befindet sich eine Röhre durch die die Robben tauchen können. Jedes mal wenn das eine Robbe tut, bricht Begeisterung aus und die Leute machen viele Fotos.

Robbe beim Tanzen
Robbe auf Tuchfühlung

Wer beobachtet hier wen?

Apropos Fotos... Da ich wieder viiiele Bilder auf die Seite schmeiße und diese dadurch sehr langsam laden wird, habe ich den Tag gesplittet in zwei Beiträge. Im zweiten Teil findet man dann den Part mit den Blumen. Happy loading...
Im Zoo hat mich meine Kompaktkamera das erste mal enttäuscht. Sie liebt es geradezu Scheiben und Gitter zu fokusieren, anstatt die Tiere dahinter. Manuell fokusieren geht natürlich nicht. :( Bitte nicht zu genau hinschauen.
Zurück zu den Tieren. Vorbei geht es an den Minipandas, von denen nur einer wach ist, danach zu den Wölfen. Dort haben ebenfalls alle eine lange Nacht hinter sich und pennen. Ein Zoomitarbeiter versichert mir, dass die Wölfe eher nachtaktiv sind. Ansonsten war ich wohl einfach zu früh da. Die Rehe sind wenigstens schon auf den Beinen. Die Hirsche tragen bereits ihre Geweihe, diese sind allerdings noch unter einer Hautschicht versteckt. Bei den Eisbären sieht es echt trist aus. Das Wetter heute ist eher "unpolar" und so kann ich es den Bären in ihrem dicken Fell nicht verübeln, dass sie nur träge da liegen. Auch hier erscheint mir das Gehege furchtbar klein. Im Eisbärgehege gibt es für alle, die gern anstehen und dich durch enge Gänge quetschen, einen Gang, der zu einer Plexiglaskuppel führt, die sich mitten im Gehege befindet. Im Idealfall soll man dann bis auf ein paar Zentimeter "Platsik" an die Bären heran kommen. Diese haben heute aber keine Lust auf derlei Spielchen...
Panda in klein
Müder Wolf

Am Rumlümmeln
Nichts zu sehen ausser Besuchern

Auf meinem weiteren Weg komme ich an den Vogelvolieren vorbei. Die Eulen schlafen auch fast alle. Wer kann es ihnen verübeln. Nach ein paar weiteren Kleintieren, die sich alle hinter "undurchdringlichem" Gitter vor meinem Fotoapparat sicher fühlen dürfen, geht es zu den Affen. Diese haben einen Kletterturm, der bis über die Fußwege reicht. Das gibt beiden Seiten die Gelegenheit sich ausgiebig zu beobachten. Eine der beiden Spezies liebt es zudem die andere mit Exkrementen zu bewerfen. Deswegen werden Absperrungen aufgestellt und Schilder warnen ausgiebig.
Dieser Blick...
Vor dem ersten Kaffee

Affe zeigt was er kann
Orang Utans im Gegenlicht

Warnung vor Kacke von oben

Wie jeder anständige Zoo hat auch der in Asahiyama eine Streichelabteilung. Allerdings läuft das in Japan etwas anders ab. Man geht nicht einfach in ein Gehege mit freilaufenden Tieren und streichelt drauf los. Hier gibt es feste Zeiten zu denen auf vier Plätzen zu jeder "Streicheleinheit" abwechselnd Meerscheinchen oder Hasen zum Streicheln unter Aufsicht zugewiesen werden. Vorher darf man anstehen und hinterher ist ausgiebiges Händewaschen angesagt. Gerade ist steichelfreie Zeit. Mein Zeitplan lässt es leider auch nicht zu auf die nächste Etappe zu warten. :( So begnüge ich mich damit die Tiere in ihren Gehegen zu bewundern. Das Meerschweinchengehege ist besonders wuselig. Da fällt es bestimmt nicht auf, wenn ich eins mitnehme...
Streichelregeln und Zeiten. Leider bin ich zu früh / spät dran um mit-zustreicheln.
Auf dem Schild steht sowas wie "Die Schildkröten bitte nicht hocheben". Das Schild hat wohl versagt...

Es wuselt im Gehege
Zur Völkerverständigung

Fabulös. Ziegen streicheln ist hier übrigens nicht. Kleintiere sind gefährlich genug... ;)
Der "Bock-walk" führt über den Weg, den die Besucher nutzen, hinweg.

Es gibt im Zoo noch einige Tiere mehr zu bestaunen, aber irgendwo musste ich für die Anzahl der Fotos einen Schnitt machen. Die Afrika-Abteilung bietet hier Giraffen, Warzenschwein und ein Nilpferd. Letzteres schläft einfach gelangweilt am Boden seines Beckens. Also keine aufregenden Fotomotive... Löwen gibts hier keine. Auch im Reptilienhaus habe ich mit meiner Kamera kein Glück. Hier gibts allerdings auch keine Überraschungen. Ein paar Lurche, kleine Fische und Schlangen.
Pinguin in Pose
Nutzt die "Klimaanlage"

So langsam wird es Nachmittag und ich mache mich auf den Weg zum zweiten Tagesordnungspunkt. Auf dem Weg zum Ausgang gehts noch bei den Pinguinen vorbei und dann ab zum Bus. Der Zoo ist wirklich überschaubar, aber sehr sehenswert. Wenn man alles sehen will ohne zu hetzen ist das locker ein Tagesausflug.