Alles was schmeckt

Eine Ansammlung von Dingen, die ich gegessen habe und für teilenswürdig befunden habe. Keine Sorge, die Bilder entstehen stets vor dem Verspeisen. Es ist nicht immer das superexklusive oder total verrückte Zeug, aber der eine oder andere lernt vielleicht trotzdem was dazu oder erfreut sich einfach an Bildern von Essen.




Der Klassiker in Japan

Entweder es muss schnell gehen oder man hat einfach mal keinen Bock auch "schon wieder Reis". Da kommt so eine Nudelsuppe sehr gelegen. Ich habe schon auf dem Bahnsteig in einer kleinen Bude für nicht mal 400 Yen im Stehen oder eben wie im Bild für ein wenig mehr, ganz entspannt im Sitzen Nudelsuppe geniessen können. Eins bleibt immer gleich: Nudelsuppe bekommt man preiswert, es geht schnell und ich saue mich beim Essen immer ein. Das liegt daran, dass man die heissen Nudeln lieber mit Schwung einsaugt, nachdem man sie mit den Stäbchen geangelt hat. Die experten schlürfen dabei lautstark. Das soll der Geschmacksentfaltung dienlich sein und kühlt zusätzlich. Was es in japanischen Restaurants zum Glück immer gratis zum Essen dazu gibt, ist eisgekühltes Wasser oder Tee. Man kann also jederzeit seine verbrannte Zunge abkühlen, falls man das mit dem Abkühlen in der Eile nicht hinbekommt. - Nudelsuppe ist und bleibt Fastfood.
Nudelsuppenläden sind immer gleich angelegt. Alle sitzen auf Hockern nebeneinender an einer Theke, hinter der der Koch arbeitet. Meistens gibt es nicht mal eine Kasse, weil der Koch allein arbeitet und nicht noch kassieren kann. Man geht dafür an einen Automaten mit vielen Knöpfen und wählt dort (hoffentlich) das richtige Menü und bezahlt. Der Koch bekommt dann nur den kleinen Kassenzettel mit der Info was man gewählt hat.
Hier im Bild handelt es sich um eine Nudelsuppe nebst Fleischbeilage. Der Laden war direkt auf Nudelsuppen mit Schweinefleisch ausgelegt. Man konnte wählen wie viele dieser netten Röllchen man in seiner Schüssel finden will. Der Berg Gemüse bestand hauptsächlich aus Sojakeimen und Kohl. Die Halbkugel ganz oben bestand komplett aus gehacktem Knoblauch. Zum Glück habe ich an dem Tag mit niemandem mehr ein längeres Gespräch führen müssen...


Lecker




Eis, Eis, Eis!

In Japan vergeht momentan kaum ein Tag an dem ich mir kein Eis gönne. Schliesslich ist Sommer und ich muss mich abkühlen... Hier nun eine ungewöhnlichere Sorte Eis, wie ich sie bisher nur einmal gefunden habe. Schabeeis, welches aus Eiswürfeln gemacht wird, war mir ja schon bekannt. Aber diese Variation muss wohl eine Spezialität in Nagano gewesen sein. Hier wurde das Schabeeis aus Milcheisblöcken gehobelt. In den Schaufenstern habe ich die verschiedensten Variationen gesehen. Von Schoko, Vanille, Fruchtgeschmack bis Tee oder auch "Herzhaftes"... Alles war möglich. Der Hauptunterschied zur Variante die aus dem puren Wassereisblock geschabt wird liegt auf der Hand. Der Geschmack ist schon drin und somit gleichmäßig im Eis verteilt. Beim Wassereis wird der Sirup immer hinterher draufgekippt.
Da hier keine Flüssigkeit drüber gekippt wird, bleibt die Form des geschabten Eises in seiner luftig leichten Art erhalten. Das ganze isst sich ein wenig wie frischer Pulverschnee. Kaum dass man etwas in den Mund bekommt, zerfliesst das ganze auch schon. Das klassische Wasser-Schabeeis fühlt sich dagegen wie Wochen alter, verharschter Schnee an. :) Wer sich das nicht vorstellen kann, kann das ja nächsten Winter mal vergleichen...


Kalt und fluffig



Fisch

Hier mal eine Leckerei, die man typischerweise auf Festmeilen oder Veranstaltungen findet. Der Stand hier im Beispiel hat sich von Festivitäten unabhängig dem ganzjährigen Touristenstrom in Tokyo gewidmet. - Am nächsten kommt das ganze frisch gebackenen Waffeln. Der Unterschied hier besteht darin, dass es zwischen den zwei Lagen Waffel noch eine Füllung gibt. Was bisher immer zu haben war, waren Geschmacksrichtungen wie Vanillecreme, Grüner Tee und Rote Bohnen. Der Stand an in Akihabara, wo ich diesmal zugeschlagen habe, hat die Auswahl vergrößert. Es gibt über 10 verschiedene Sorten. Von fruchtig bis herzhaft ist alles vertreten. Im Bild sieht man die Schinkenspeckvariante ganz gut. Ich habe mich für Banane und Vanillecreme entschieden. Beides war äußerst lecker und für 350 Yen zu haben. Eine Kundenkarte gabs auch gleich dazu. Da werd ich wohl wieder mal vorbei schauen, wenn ich in Tokyo bin. :)


Frisch vom Waffeleisen. rechts: Variante Karpador
Klassiche Variante in Nahaufnahme



Mal was Nicht-japanisches

Da geh ich so durch die Fressmeile am Bahnhof und der Hunger meldet sich. Darf er auch, ist ja gerade Mittagszeit und viel gabs heute noch nicht. Also schaue ich mich um und schnell komme ich zu den Entschluss, dass es heute mal was anderes sein darf. Hier gibts ein "Irish-Pub". Draußen stand was von fish&chips für 500 Yen. Das klingt vernünftig. Als ich eintrete macht das Lokal einen Pub-ähnlichen Eindruck. Am Platz erblicke ich ein Werbeschild. Hier gibt es Cider. Wenn schon Pub, dann richtig. Also bestelle ich beides. Der Cider in der 0,3l-Flasche kostet 700 Yen. Ein wenig teurer, aber immerhin original Iportware.
Als mein Essen kommt, verstehe ich was man in Japan unter fish&chips versteht. In England hab ich es vor lauter Fisch und Pommes kaum geschafft... hier ist eher langsam essen angesagt. Nicht, dass man fertig ist, bevor man satt ist. ;) Es gibt 3 Fishnuggets und die Kartoffelstücken kann man an den Händen abzählen. Was solls. Wenigstens gibts mal was anderes und man ist danach nicht so voll. Man muss es positiv sehen.


Essen von einer anderen Insel
Cider. Erinnert mich immer an meinen Englandurlaub 2016