Oh diese Japaner...

So einiges läuft in Japan anders als in der Heimat. Das möchte ich in dieser Rubrik festhalten. Ob nun lustig oder eher zum Weinen...




Ach, das geht schon...

Mir ist immer wieder aufgefallen, dass die Japaner mit ihrer Freiluftverkabelung recht großzügig den Bereich des machbaren ausnutzen. Immer wieder sehe ich Strommasten, die vor lauter Kabelgewirr nur so strotzen. Als ich neulich mal wieder genauer hingeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass es zur offenbaren Unordnung noch eine Steigerungsstufe gibt. Die Drähte, die dann zum Haus gespannt werden, werden durch kein extra Tragorgan oder dergleichen entlastet. Nein man nimmt gleich den eigentlichen Leiter um das zu erledigen. Das spart Zeit und Arbeit...
Entweder die Japaner haben haltbareres Kupfer oder lockerere Bestimmungen. Das auf dem Foto ist definitiv nicht der Draht für die Türklingel. Aber die werden schon wissen wieso.


Spannend

Auch locker geht man bei öffentlich angebrachter Elektroinstallation ans Werk. Sowas wie Nässe- oder Berührungsschutz sind offenbar kein Problem. Die beiden Lampen hingen jeweils zu einer Seite am Zugang zu einem Tempel. Da kann man nach der "Erleuchtung" gleich noch um göttlichen Beistand bitten. :)


Links ist noch OK
Rechts eher weniger



Da kann RTL noch was lernen

Dass japanisches Fernsehen ein wenig anders ist als das deutsche, hat sich ja herumgesprochen. Trotzdem will ich hier kurz auf ein paar Eigenheiten eingehen, die mir so aufgefallen sind.
In meiner Unterkunft in Azumino hatte ich einen Fernseher. Des Abends habe ich mich dann an den Sendungen zur Hauptsendezeit erfreut. Für die Technikfreunde: In Japan kommt noch immer der großteil der Haushalte mit Terrestrischem Empfang aus. Ich Auf vielen Dächern sehe ich Antennen, aber keine Schüsseln.
Was lief nun in der Glotze... Als erstes begegnete mir Kabuki. Das ist klassisches japanisches Theater, wo selbst der Japaner nicht alles versteht. Auf dem nächsten Sender kam dann Sumo live. Beleibte Männer in "Windeln" schubsten sich im Ring herum. Auf dem dritten Sendeplatz liefen Nachrichten. Da gings die meisste Zeit um den bösen Kim aus Nordkorea, den Trump und um Unwetterwarnungen. Weiter oben endlich eine dieser Shows, wo die ganze Zeit so vier, fünf Typen das Vorgehen auf der Bühne kommentieren und oben in der Ecke des Bildes stets der Gesichtsausdruck einer dieser Promis? gezeigt wird. Ein Publikum gibt es auch. In der Sendung geben sich dann von Boybands bis Einzelunterhalter die Gäste die Klinke in die Hand. Hin und wieder gibt es eine Vorschau oder eine Rückblende, da die Werbung eher durch die Sendung unterbruchen wird als andersherum... :)
Natürlich bietet das japanische Fernsehen auch all das was es bei uns gibt. Kochsendungen, Homeshopping, Serien und Filme. Was ich lange nicht gesehen hatte war ein Testbild. Aber das läuft da dann spät nachts / früh morgens auch noch. Richtig klassisch.
Der Typ auf den Bildern hatte immer seinen Aludeckel dabei und außer der Schleife nichts an. Ein Riesenspaß im Japano-TV. Der hat den bei den unmöglichsten Aktivitäten getragen und auch immer mal blitzschnell umgedreht. Im Bild war er eben grad am Trampolinspringen. Es gab noch die Wasserrutsche, Tennis und die Cheerleadergruppe (die komischerweise nur aus Herren bestand).


Mit Figur
Gut festhalten
Alles jugendfrei geblieben



Japaner und ihre Verpackungen

Wenn ich Einkaufen gehe, bin ich immer wieder frustriert in wie kleinen Mengen hier alles verkauft wird. Vor allem in der Abteilung mit den Snacks werde ich einfach nicht glücklich. Chips zum Beispiel. Da freue ich mich, dass es für 300 Yen mal eine Rolle in normaler Größe gibt und dann sowas:

Enttäuschend

Weiter gehts bei den Keksen. Viele Abpackungen kommen mit 50g daher. Das ist was für die kurye Pause in der Schule. :( Auch wenn die Vrepackung manchmal eine normale Größe hat, so merkt man spätestens beim Anheben, dass da nur Luft drin sein kann. Der nächste Spaß sind die Verpackungen an sich. Kauft man eine Packung Kekse sind diese oftmals nochmals zu je zwei oder drei Stück abgepackt. Das macht wieder Sinn, wenn man mal ein paar für die Pause einpacken oder die verschenken will. Nahezu alles ist derart verpackt. Ich kaufe mir hin und wieder ein einzelnes Eis im Supermarkt, wenn ich grad auf Tour bin. Wenn ich das nach dem Hinlegen des Geldes nicht gleich weg nehme, packt der freundliche Verkäufer mir das in eine kleine Tüte. Damit ich es dann später essen kann oder so. ;) (Im Ernst: die Tüte dient als Abfallbehälter, weil es oftmals keine Mülleimer gibt.) Oh und mittlerweile kosten die großen Tüten im Supermarkt, die auch was taugen um die Einkäufe nach Hause yu bekommen immerhin schon 3 Yen!
Doppelt hält besser

Und sollte man mal keinen großen Durst haben, kann einem ebenfalls geholfen werden. Bier zum Beispiel gibt es von der Kindergröße bis zur ausgewachsenen 0,5l-Dose. Je nachdem wie viel man verträgt. Mit den kleinen Döschen kann man nach dem fünften noch immer bedenkenlos fahren. :) Allerdings ist das preislich ein absolutes Minusgeschäft. Halbe Menge ist nicht gleich halber Preis.
Handlich
Für die ganze Familie

Oh und die Preise werden nicht nur angesichts der geringen Mengen schnell horrend. Waren wie Obst oder Gemüse sind hier eine richtige Investition. Mein Favorit sind die Melonen. Da kann man für eine Melone von 1000 Yen aufwärts rechnen. Kirschen und Erdbeeren sind auch toll. Die werden in den Schächtelchen so aufgereiht, dass man die zählen kann. Da kommt dann eine "Stiege" Kirschen (ca. 50 Stück) an die 1400-2000 Yen. Vieles wird übrigens zum Stückkpreis verkauft. Der Apfel oder die Tomate kommen dann so 300 Yen. Sieht dafür aber immer klasse aus das Obst. Ob der Schöne Apfel auch schmeckt, das hab ich noch nicht probiert.
Für Besserverdiener (Doppelpack)

(Ich rechne übrigens immer grob durch 100, um auf den Europreis zu kommen. Eigentlich sind es momentan so um die 120 Yen pro Euro.)